Wissen & Orientierung

Gute Klimaarbeit beginnt nicht mit einem Label. Sondern mit Klarheit.

CO₂-Daten helfen, Emissionen zu verstehen und bessere Entscheidungen zu treffen. Hier erklären wir, wie sie entstehen, was sie aussagen und wie Unternehmen sachlich damit umgehen können.

Warum wir Wissen teilen

Wir glauben nicht, dass Verantwortung mit einem Zeichen beginnt.

Sie beginnt damit, zu verstehen, wo Emissionen entstehen, welche Daten belastbar sind und welche Handlungsmöglichkeiten daraus folgen.

CO₂-Daten müssen deshalb nicht als besondere Umweltleistung inszeniert werden. Sie dürfen zu einer selbstverständlichen Informationsgrundlage werden – nachvollziehbar, zugänglich und mit klar benannten Grenzen.

Eine Bilanz ist kein Status. Sie ist der Ausgangspunkt für bessere Entscheidungen.

Ihr Ausgangspunkt

Welche Frage möchten Sie gerade beantworten?

Sie müssen weder die passende Bilanz noch die richtige Leistung bereits kennen. Beginnen Sie dort, wo in Ihrem Unternehmen gerade Unsicherheit besteht.

Der neue natureOffice-Informationsweg

CO₂-Daten sollten nichts Besonderes mehr sein.

Sondern selbstverständlich.

Unternehmen sollten CO₂-Daten nicht erst dann sichtbar machen, wenn daraus ein Siegel oder eine große Klimaaussage entsteht. Unser Kennzeichen bewertet nicht. Es führt zu den Informationen, auf denen eine konkrete CO₂-Angabe beruht.

01

Kennzeichen

Beispieldarstellung · kein tatsächlicher Produktnachweis

Beispieldarstellung des natureOffice-Kennzeichens CO₂-Daten verfügbar

Der sachliche Hinweis zeigt: Zu diesem Unternehmen, Produkt oder Auftrag sind konkrete CO₂-Daten verfügbar.

02

Zugang

QR-Code, Webadresse oder Tracking-ID führen zum eindeutig zugeordneten Datensatz.

03

Information

DE-994-YNHFOED

Bilanzgegenstand
eindeutig bezeichnet
Ergebnis / Bezugsjahr
klar ausgewiesen
Systemgrenze
dokumentiert
Methodik
nachvollziehbar
Datenstand
versioniert

Was sichtbar werden kann

Ein Zugang. Mehr als nur eine Zahl.

  • Was wurde betrachtet?Unternehmen, Produkt, Dienstleistung oder Auftrag.
  • Wie wurde gerechnet?Methodik, Systemgrenze, Bezugsgröße und wesentliche Annahmen.
  • Welche Daten wurden verwendet?Datenstand, Quellen, Primär- und Sekundärdaten.
  • Was bedeutet das Ergebnis?Einordnung, Grenzen und vorgesehener Verwendungszweck.
Das Kennzeichen liefert nicht das Urteil.Es führt zu den Informationen, mit denen sich Menschen selbst ein Bild machen können.
Wichtig für die Anwendung:

Der sichtbare Hinweis muss bereits für sich sachlich und eindeutig bleiben. Ein QR-Code oder eine Trackingseite kann zusätzliche Informationen bereitstellen, aber keinen zu weitgehenden Ersteindruck auf einem Produkt oder Werbemittel nachträglich korrigieren.

Kein vorgeschriebener Ablauf

Was aus CO₂-Daten folgt, bleibt eine bewusste Entscheidung.

Bilanzieren, reduzieren, informieren und Projekte unterstützen können zusammengehören. Sie müssen aber nicht zu einem festen Zertifizierungsweg verbunden werden.

01

Daten ermitteln

CCF, PCF oder eine klar abgegrenzte Betrachtung schaffen eine belastbare Grundlage.

02

Veränderungen ableiten

Die Daten helfen, relevante Emissionsquellen und sinnvolle Maßnahmen zu erkennen.

03

Sachlich informieren

Vorhandene CO₂-Daten können mit Systemgrenze, Bezugsjahr und Methodik zugänglich gemacht werden.

Freiwillig

Projekte unterstützen

Unternehmen können zusätzlich Klima-, Natur- oder soziale Projektarbeit ermöglichen.

Ein Klimabeitrag ist keine Eintrittskarte für die Kommunikation von CO₂-Daten.

Er ist eine zusätzliche Entscheidung, die eigenständig dokumentiert und klar von der Bilanz getrennt wird.

Grundlagen direkt auf dieser Seite

Wissen, das im Alltag weiterhilft.

Die wesentlichen Grundlagen finden Sie direkt hier. Nicht als Lehrbuch und nicht als Produktkatalog, sondern entlang der Fragen, die Unternehmen tatsächlich beantworten müssen.

01

CO₂ verstehen

Eine Zahl ist nur so aussagekräftig wie ihre Grundlage.

CO₂-Bilanzen übersetzen die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase in eine gemeinsame Einheit: CO₂-Äquivalente, kurz CO₂e. Das Ergebnis hängt jedoch immer davon ab, was betrachtet und wie gerechnet wurde.

CO₂e

Gemeinsame Maßeinheit für die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase.

Systemgrenze

Legt fest, welche Prozesse, Standorte oder Lebenszyklusphasen einbezogen werden.

Primärdaten

Stammen unmittelbar aus dem betrachteten Unternehmen oder Prozess.

Sekundärdaten

Kommen beispielsweise aus anerkannten Datenbanken, Studien oder Modellen.

Ein CO₂-Wert wird nicht durch viele Nachkommastellen belastbar, sondern durch eine nachvollziehbare Berechnungsgrundlage.

Warum können zwei Berechnungen unterschiedlich ausfallen?+

Systemgrenzen, Datenquellen, Allokationen, Emissionsfaktoren und Bezugszeiträume können voneinander abweichen. Ein Unterschied bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Berechnung falsch ist.

Kann man zwei CO₂-Werte direkt vergleichen?+

Nur wenn Bezugsgröße, Systemgrenze, Zeitraum und Berechnungsgrundlagen hinreichend übereinstimmen. Der reine Zahlenwert reicht für einen belastbaren Vergleich nicht aus.

Was bedeutet Datenqualität?+

Sie beschreibt unter anderem, wie spezifisch, aktuell, vollständig und nachvollziehbar die verwendeten Informationen sind. Auch belastbare Berechnungen können Schätzungen enthalten – entscheidend ist, dass dies sichtbar bleibt.

02

CO₂ bilanzieren

Die richtige Bilanz beginnt mit einer klaren Frage.

Bevor Daten gesammelt werden, sollte feststehen, welche Entscheidung die Berechnung unterstützen soll. Nicht jede Aufgabe benötigt dieselbe Bilanzgrenze oder Datentiefe.

CCF
Corporate Carbon Footprint

Betrachtet die Emissionen eines Unternehmens oder einer Organisation innerhalb eines festgelegten Berichtszeitraums.

PCF
Product Carbon Footprint

Betrachtet ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen definierten Prozess entlang einer klar benannten Systemgrenze.

Teil
Abgegrenzte Betrachtung

Kann sinnvoll sein, wenn die Fragestellung nur einen eindeutig definierten Abschnitt des Lebenszyklus betrifft.

Die bessere Einstiegsfrage:

Nicht „Was können wir berechnen?“, sondern „Was möchten wir anschließend besser entscheiden können?“

Unsere Methodenrahmen ansehen
03

CO₂ kommunizieren

Gute Kommunikation beginnt nicht mit der stärksten Aussage.

Sie beginnt mit belastbaren Informationen. Vor einer Klimaaussage sollte ein Unternehmen drei Fragen beantworten können.

  1. Was genau wird behauptet?Geht es um ein Unternehmen, Produkt, einen Standort, Zeitraum oder eine einzelne Maßnahme?
  2. Worauf stützt sich die Aussage?Welche Berechnung, Systemgrenze, Methodik und Datengrundlage liegt vor?
  3. Kann man die Grundlage einsehen?Sind die Informationen verständlich, leicht erreichbar und ausreichend aktuell?
Eher nicht

„Unser Produkt ist klimafreundlich.“

Nachvollziehbarer

„Für dieses Produkt liegt ein Product Carbon Footprint vor. Systemgrenze, Bezugsjahr, Methodik und Datengrundlage können über den angegebenen Zugang eingesehen werden.“

Transparenz bedeutet nicht, alles zu sagen. Sie bedeutet, genau genug zu sagen, was tatsächlich belegt werden kann.

04

Klimaprojekte & freiwillige Beiträge

Zusätzliche Verantwortung lässt sich nicht verordnen.

Eigene Emissionen zu erfassen und zu reduzieren bleibt eine Aufgabe innerhalb der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus können Unternehmen freiwillig Klima-, Natur- oder soziale Projekte unterstützen. Dafür brauchen sie weder einen Klimastatus noch ein Zertifizierungssystem, das den Beitrag zum Pflichtschritt macht.

Wir möchten, dass Unternehmen Projekte unterstützen, weil sie deren Arbeit ermöglichen wollen – nicht, weil sie sonst ein Zeichen nicht verwenden dürfen.
Zertifikatsbasiert

Einheiten beschaffen und stilllegen

Projekt, Standard, Region, Art und Anzahl der Einheiten sowie die Stilllegung werden dokumentiert. Die Anzahl kann sich an einer bilanzierten CO₂e-Menge orientieren; eine Verrechnung mit dem CCF oder PCF erfolgt nicht.

Direkte Unterstützung

Konkrete Projektarbeit ermöglichen

Projekt, Maßnahme, Region, Zeitraum und verfügbare Nachweise werden dokumentiert. Dem Unternehmen, Produkt oder Beitrag wird keine CO₂e-Menge zugerechnet.

Gerade weil die Unterstützung freiwillig bleibt, kann sichtbar werden, wofür sich ein Unternehmen zusätzlich entscheidet.

Was beides nicht bedeutet

  • Der ausgewiesene CCF oder PCF wird nicht kleiner.
  • Ein Unternehmen oder Produkt wird dadurch nicht klimaneutral.
  • Eigene Reduktionsmaßnahmen werden nicht ersetzt.
  • Es entsteht kein allgemeiner Nachhaltigkeits- oder Klimastatus.
Klimaprojekte und Beiträge verstehen
05

Recht & Entwicklungen

Regeln verändern sich. Verantwortung für die Aussage bleibt.

Mit der EmpCo-Richtlinie und ihrer Umsetzung verändern sich die Anforderungen an Umwelt- und Klimakommunikation. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Begriff, sondern der Gesamteindruck aus Aussage, Zeichen, Gestaltung und Kontext.

Allgemeine Umweltaussagen

Weitreichende Aussagen benötigen eine entsprechend tragfähige und zugängliche Grundlage.

Produktbezogene Kompensationsaussagen

Beiträge außerhalb der Wertschöpfungskette dürfen nicht den Eindruck erwecken, sie veränderten die Produkteigenschaften oder den PCF.

Private Nachhaltigkeitssiegel

Für Zeichen mit bewertendem oder auszeichnendem Charakter gelten besondere Anforderungen.

Zukunftsbezogene Aussagen

Aussagen über eine zukünftige Umweltleistung brauchen klare, objektive, öffentlich einsehbare und überprüfbare Verpflichtungen. Sie müssen in einem detaillierten und realistischen Umsetzungsplan festgelegt und regelmäßig von einem unabhängigen Sachverständigen überprüft werden. Die Ergebnisse müssen zugänglich sein.

Müssen CO₂-Daten ab September 2026 zertifiziert sein?+

Nicht jede konkrete CO₂-Information unterliegt automatisch einer Zertifizierungspflicht. Für private Nachhaltigkeitssiegel gelten besondere Anforderungen. Entscheidend bleibt die konkrete Kommunikation und ihr Gesamteindruck.

Ist das natureOffice-Kennzeichen ein Nachhaltigkeitssiegel?+

Nein. Es ist als sachlicher Informationshinweis konzipiert. Ob die konkrete Verwendung entsprechend eingeordnet wird, hängt jedoch stets von Wortlaut, Gestaltung, Platzierung und Kontext ab.

Ist eine Kommunikation damit automatisch „EmpCo-konform“?+

Nein. Einen amtlich verliehenen Status „EmpCo-konform“ gibt es nicht. Ob die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind, muss anhand der konkreten Verwendung und ihres Gesamteindrucks beurteilt werden.

Kann ein Klimabeitrag im Tracking erscheinen?+

Ja. Er wird als zusätzliche Handlung des Unternehmens dargestellt und klar vom CCF oder PCF getrennt. Der Beitrag reduziert den ausgewiesenen Bilanzwert nicht.

Von der Information zur Anwendung

Was ein Unternehmen konkret zeigen können sollte.

AnlassSinnvolle InformationWeiterführende Grundlage
WebsiteGegenstand, Bezugsjahr und Ergebnis klar benennenMethodik, Systemgrenze und Datengrundlage
Produkt oder VerpackungAuf vorhandene CO₂-Daten hinweisenQR-Code oder URL zum eindeutig zugeordneten Datensatz
Angebot oder AuftragBerechnungsumfang und Bezugsgröße ausweisenKeyfactsheet oder Tracking-ID
ProjektunterstützungProjekt, Art des Beitrags und Zeitraum nennenStilllegungsnachweis oder Projektdokumentation

Wissen für die praktische Arbeit

Manche Fragen brauchen eine kurze Antwort. Andere eine belastbare Grundlage.

Unsere Unterlagen helfen dabei, Berechnungen, Kennzeichen und Kommunikation im Alltag richtig anzuwenden.

Faktencheck

Klimakommunikation ab 2026

Die wichtigsten Fragen zu EmpCo, Information und privaten Nachhaltigkeitssiegeln.

Beispielseite eines CO₂-Keyfactsheets
Beispiel

CO₂-Keyfactsheet

Ergebnis, Systemgrenze, Datengrundlage und Methodik kompakt dokumentiert.

Methodik

Wie unsere CO₂-Daten entstehen

Regeln, Annahmen und Qualitätssicherung für CCF, PCF und ecozoom.

Methodik ansehen
Formulierungen

Sagen, was belegt werden kann

Beispiele für Website, Angebot, Produktinformation und Projektunterstützung.

Wissen bleibt in Bewegung

Lesen, zuhören oder gemeinsam besprechen.

Neue Regeln, bessere Daten und Erfahrungen aus der praktischen Arbeit entwickeln das Themenfeld weiter.

Häufige Fragen

Was Unternehmen besonders oft wissen möchten.

Muss Klimakommunikation künftig zertifiziert sein?+

Nicht jede sachliche Information über CO₂-Daten benötigt automatisch ein Siegel. Entscheidend ist, welche Aussage getroffen wird, wie sie dargestellt ist und welchen Gesamteindruck sie vermittelt.

Ist ein Klimabeitrag Voraussetzung, um CO₂-Daten zu zeigen?+

Nein. Vorhandene CO₂-Daten können sachlich und nachvollziehbar zugänglich gemacht werden, ohne dass gleichzeitig ein Klimaprojekt unterstützt wird. Ein freiwilliger Beitrag wird als eigenständige Entscheidung dokumentiert.

Dürfen Klimaprojekte weiterhin unterstützt werden?+

Ja. Entscheidend ist, wie die Unterstützung dargestellt wird. Sie sollte nachvollziehbar dokumentiert und klar von der eigenen CO₂-Bilanz getrennt werden.

Wie aktuell sollte ein CO₂-Wert sein?+

Das hängt vom Verwendungszweck und von wesentlichen Veränderungen beim Unternehmen, Produkt oder Datensatz ab. Bezugsjahr und Datenstand sollten immer erkennbar sein.

Was ist besser: CCF oder PCF?+

Das hängt von der Fragestellung ab. Ein CCF betrachtet die Organisation, ein PCF ein Produkt oder eine Dienstleistung. Häufig ergänzen sich beide Perspektiven.

Was ist, wenn noch keine vollständigen Daten vorliegen?+

Datenlücken können durch Annahmen oder Sekundärdaten geschlossen werden, wenn deren Herkunft und Bedeutung nachvollziehbar dokumentiert werden.

Ich benötige Unterstützung

Sie müssen noch nicht wissen, welche Leistung Sie brauchen.

Vielleicht möchten Sie eine Bilanz erstellen, eine Kundenfrage beantworten, Ihre bisherige Klimakommunikation überprüfen oder einen sinnvollen Umgang mit Klimaprojekten finden.

Beginnen wir nicht mit unserem Angebot. Beginnen wir mit Ihrer Frage.

Reden wir
Der Download ist in dieser Vorschau noch nicht verbunden.